Gesellschaftslehre in der Sekundarstufe I

Im Unterschied zu den an den traditionellen Gymnasien unterrichteten Einzelfächern Politik & Wirtschaft, Geschichte und Erdkunde wird in der von Klasse 5-8 integrierten und ab Klasse 9 additiven Gesamtschule Adolf-Reichwein das Fach Gesellschaftslehre fächerübergreifend unterrichtet.

Zielvorgabe hierbei ist keine bloße Aufsummierung der Einzelfächer, sondern eine multiperspektivische Vorgehensweise, die an den jeweiligen Unterrichtsgegenstand

  • den Blick auf Räume und natürliche Ressourcen als Voraussetzung und Wirkungsfeld gesellschaftlichen Handelns richtet (erdkundlicher Aspekt)
  • den retrospektiven Blick auf die Prozesshaftigkeit historischer Entwicklungen wirft und damit Grundlagen zur Bildung eines historischen Bewusstseins legt (geschichtlicher Aspekt)
  • den Blick auf prägende Strukturen in der Gesellschaft richtet und Möglichkeiten und Formen partizipativen Handelns aufzeigt (sozialkundlicher Aspekt)

In den Stufen 5 + 6 wird das Fach Gesellschaftslehre sechsstündig vom Klassenlehrer in Kombination mit Lerninhalten des Faches Biologie unterrichtet, wobei jeweils mindestens eine Unterrichtseinheit aus überwiegend erdkundlicher, geschichtlicher und sozialkundlicher Sicht gestaltet wird.

Das herkömmliche Curriculum der Rahmenpläne der Realschule wird im schulintern als Kernunterricht bezeichneten Stoffverteilungsplan bereits im Sinne neuer Bildungsstandards um medienkundliche Lerneinheiten und Methodentraining erweitert.

Derzeit wird das Curriculum 5/6 überarbeitet.

In den Stufen 7 + 8 verlagert sich der Schwerpunkt des auf 4 Wochenstunden reduzierten Gesellschaftslehre-Unterrichts

  • auf zentrale Bereiche und Probleme inner- und intergesellschaftlicher Entwicklung: Demokratie und Rechtsstaat; Freiheit und soziale Gerechtigkeit; Umwelt und globale Entwicklung
  • auf den Erwerb des Wissens um die grundsätzliche Veränderbarkeit aller Formen gesellschaftlichen Lebens und aller menschengemachter Einrichtungen und die Aneignung dazu notwendiger analytischer Kategorien: Herrschaft und ihre Legitimation; Zivilisation und deren ökonomische und soziale Grundlagen; Zwischengesellschaftliche Konflikte und Beziehungen; Ideen, Ideologien und Interessen; Vorverständnis und Geschichtsbilder
  • auf den Erwerb einer so genannten Raumverhaltenskompetenz, nämlich durch Beobachtung zunächst des Nahraums und dann Deutschlands und Europas erkennen können, wie das Verhalten des Einzelnen sich auf den Raum auswirkt. Priorität in diesem Kontext gilt selbstredend dem Klimaschutz und den mit ihm verbundenen unbequemen Wahrheiten

In den Stufen 9 + 10 werden die schuleigenen Curricula abschlussbezogen auf unterschiedlichem Anspruchsniveau umgesetzt. Das geschieht sowohl auf der personellen Ebene (kein fachfremder Einsatz in G-Klassen) als auch auf der Ebene der verwendeten Lehrmaterialien. Wir haben 2013 begonnen, unsere Lehrmaterialien komplett zu erneuern und setzen dabei auf aktuelle, kompetenzorientierte Werke von verschiedenen Verlagen, welche an die jeweiligen Niveaustufen angepasst sind. Eine diesbezügliche Übersicht folgt in Kürze.

Die im Lehrplan Sozialkunde für das Gymnasium verordnete Ökonomische Bildung wird über die im neuenn, internen Stoffverteilungsplan festgelegten Themen hinaus im Fach Arbeitslehre und auf den verschiedenen Ebenen der schulinternen und schulexternen Berufsorientierung gewährleistet:

Berufspraktika, Girls-Day; Bewerbungstrainings, Infomobil, kontinuierlicher Praxistag im Betrieb, Vorträge außerschulischer Partner

Dieser Bereich wird gemäß dem Schulprogramm der ARS aktuell in Richtung auf das Gütesiegel des Hessischen Kultusministeriums ausgebaut.